Warum natürliches Licht für mich immer an erster Stelle steht

A portrait photo of a man

Author:

Bence Solti

A minimal architectural building

Viele denken, dass Innenarchitektur mit Möbeln, Materialien oder Farben beginnt. Für mich beginnt jedes Projekt mit etwas anderem: mit dem natürlichen Licht.

Wenn ich zum ersten Mal eine Baustelle oder Wohnung besuche, schaue ich als Erstes, woher das Licht kommt. Wo geht die Sonne auf? Wo geht sie unter? Wie bewegt sich das Licht im Laufe des Tages? Welche Jahreszeit haben wir gerade? Gibt es Bäume oder Nachbargebäude, die Schatten werfen?

Ich laufe dabei nicht mit einem Luxmeter durch die Wohnung. Mich interessiert nicht, ob ein Raum laut Plan nach Süden oder Norden ausgerichtet ist. Viel wichtiger ist für mich, wie die Menschen später in diesem Raum leben werden.

Wo wird gearbeitet? Wo wird gekocht? Wo sitzt man gerne mit einem Buch? Manche Menschen möchten sogar im Winter an einem Platz sitzen, wo die Sonne hereinscheint. Genau diese Bereiche versuche ich so zu planen, dass sie möglichst viel natürliches Licht bekommen.

Ich hatte einmal ein Projekt, bei dem ein großer Baum im Garten einen starken Schatten genau auf die Küchenarbeitsplatte geworfen hat. Es war eigentlich genug Tageslicht da, aber die harten Schatten waren beim Arbeiten sehr störend. In solchen Fällen geht es nicht darum, einfach mehr Licht zu machen. Man muss das natürliche und das künstliche Licht zusammen planen.

Das sieht man auch beim Homeoffice. Viele stellen den Schreibtisch direkt vor das Fenster. Das klingt logisch, ist aber oft keine gute Lösung. Wenn die Sonne direkt in die Augen scheint und gleichzeitig der Monitor davor steht, werden die Augen schnell müde. Ergonomisch ist es besser, wenn das Tageslicht von der Seite kommt.

Bei der ersten Besichtigung denke ich deshalb oft laut. Ich spreche mit dem Kunden darüber, was ich sehe, wie sich das Licht bewegt und welche Möglichkeiten der Raum bietet. Manchmal entdeckt man Dinge, die auf keinem Plan eingezeichnet sind. Bei einem Projekt gab es zum Beispiel ein Oberlicht, das auf den Plänen gar nicht eingezeichnet war. Als ich es gesehen habe, wusste ich sofort, dass wir den Raum ganz anders nutzen können.

Ein weiterer Punkt ist die Planung der Elektroinstallationen. Die Möbel, die Nutzung der Räume und die Beleuchtung gehören für mich zusammen. Deshalb sollte man diese Dinge möglichst gleichzeitig planen. Wenn auf der Baustelle die Auslässe für Lampen und Schalter schon fertig sind, ist es oft zu spät oder zumindest teuer, noch etwas zu ändern. Vor allem bei Betondecken oder massiven Wänden.

Viele glauben, dass ein paar Deckenspots reichen. Ich sehe das anders. Ein Zuhause braucht verschiedene Lichtszenen. Beim Kochen braucht man anderes Licht als beim Abendessen. Und wenn man abends einen Film schaut und nur kurz in die Küche geht, reicht oft ein sanftes indirektes Licht. Es muss nicht immer alles hell sein.

Oft höre ich auch: „Diese Leuchte sieht genauso aus wie die andere, kostet aber nur ein Drittel.“ Aber Licht hat genauso Qualität wie Holz, Naturstein oder Stoffe. Entscheidend sind nicht nur das Design, sondern auch die Lichtqualität, die Farbwiedergabe, die Langlebigkeit und ob sich die Leuchten später in ein Smart-Home-System integrieren lassen.

Am Ende ist es ganz einfach: Ohne gutes Licht sieht man keine schöne Innenarchitektur. Das Licht zeigt Materialien, Formen, Farben und Atmosphäre. Deshalb plane ich das Licht nicht am Schluss – sondern von Anfang an.

Work With Our Studio

Lasst uns einen durchdachten Raum schaffen, der Design, Handwerkskunst und dauerhafte Qualität vereint.

A minimal building with a chair